Die Idee

„Ein sozial-missionarisches Projekt“

Hof Janwlecke
Hof Janwlecke

Als ich im Jahre 1982 den elterlichen Hof pachtete und in die Landwirtschaft einstieg, hatte ich viele Ideen und Gedanken, was man mit so einem Hof alles machen könnte, außer Schweine und Kühe zu halten, und Gemüse anzubauen.

Ein Freund von mir gestaltete damals dieses Logo für unseren Hof, es ist also schon 30 Jahre alt, drückt aber viel darüber aus, was mich damals schon bewegte und antrieb: „ Wir können nicht gegen die Nacht kämpfen, wir können aber ein Licht anzünden.“ Ich hatte einen Traum und wollte einfach etwas Neues, etwas Anderes machen…!

Schon damals gingen meine Gedanken in die Richtung einer „christlichen Gemeinschaft“, ich hatte in dieser Zeit „Jugend mit einer Mission und die Jesusbruderschaft“ kennengelernt, und war begeistert von diesem Leben in Gemeinschaft. Vor allem die regelmäßigen Gebetszeiten, die Tageszeitgebete in der Jesusbruderschaft hatten auf mich eine große Anziehungskraft. Im Laufe eines Tages immer wieder inne halten, sich zur Mitte kehren, sich auf Gott einlassen, Ihm in Gebet und Loblied, in der Lesung und in den Psalmen zu begegnen, dass rührte mich zu tiefst an.

In den Folgejahren lebten zwei Freunde von mir, jeweils für ein Jahr mit auf dem Hof, und wir versuchten nach der alten benediktinischen Regel:  „Bete und arbeite,“ unsere Tage zu gestalten. Dieses geschah in aller Schwachheit, aber wir machten wichtige Erfahrungen in diesen Jahren, und die Freundschaften zu diesen Freunden haben durchgetragen bis heute.

Diese Gedanken, die sich um eine Gemeinschaft drehten, beschäftigten mich weiter, auch in den 1990er Jahren. Somit nahmen wir Kontakt zum Geistlichen Rüstzentrum Krelingen auf. 1997 kam dann Martin Bezold, der als Landwirt in Krelingen gearbeitet hatte, zu uns, und mit ihm das Barnabas-Projekt.

Das Barnabas- Projekt wollte sich um Menschen kümmern, die auf Grund einer psychischen Erkrankung, nicht mehr in der Lage waren, einer regulären Arbeit nach zu gehen. Sie sollten auf dem Hof in einer überschaubaren Gemeinschaft leben und im Gemüsebau, nach ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten beschäftigt werden.

Blick in den Gemüsegarten
Blick in den Gemüsegarten

Das ist auch heute noch ein für uns wichtiger Ansatz: Neben der Hofgemeinschaft würden wir gerne eine Gartengemeinschaft aufbauen, um die Menschen, die auf dem Hof leben, mit eigenem, frischen Gemüse und Kartoffeln versorgen zu können. Mit den Überschüssen würde dann meine Schwester Marianne, wie das auch heute schon der Fall ist, zum Wochenmarkt nach Osnabrück fahren. Neben dem Verkauf wäre dieses auch eine gute Öffentlichkeitsarbeit für unser Projekt.

In 2011 haben wir begonnen einen ehemaligen Schweinestall zu 6 kleinen barrierefreien Wohnungen umzubauen, mit den bereits vorhandenen 6 Wohnungen unterschiedlicher Größe, haben wir jetzt 12 Wohnungen auf dem Hof, und Platz für bis zu 25 – 30 Menschen.

Menschen, Mauern und Finanzen, diese Themen beschäftigen uns sehr in den letzten 2 Jahren. Die Mauern kann man bauen, die Finanzen kann man planen, aber mit den Menschen wird es schwierig…! Viele Menschen träumen wie wir, von einer Gemeinschaft, sind aber so mit ihren Problemen, mit sich selbst und mit ihrer Vergangenheit beschäftigt, sind so unfrei, dass ein Leben in einer Gemeinschaft kaum möglich ist.

So haben wir in den letzten zwei Jahren, was die Menschen angeht, die zu uns kommen wollten, und auch gekommen sind, große Enttäuschungen erlebt, so dass man manchmal daran zweifelt, ob es denn alles richtig und gut war, dieses Projekt überhaupt zu beginnen. Es gibt aber auch immer wieder Zeichen und Begegnungen mit Menschen, die uns ermutigen. So wollen wir festhalten am Gebet, und freuen uns, in unserer Hofkapelle in aller Schwachheit und Gebrochenheit die Tageszeitgebete am Morgen um 8.30 Uhr und am Abend um 18.00 Uhr zu haben.

Die Kapelle im Gemeinschaftsraum
Die Kapelle im Gemeinschaftsraum

Auch Gäste aus Wimmer und den umliegenden Kirchengemeinden sind zu diesen Gebetszeiten natürlich herzlich eingeladen...!

Dann sind natürlich alle anderen Menschen auf dem Hof ebenfalls eingeladen sich zu treffen, um sich auszutauschen und am Leben der anderen Hofbewohner Teil zu haben. Ziel ist es ja, sich auch in den ganz praktischen Dingen des Alltags zu helfen und zu unterstützen…! Sei es bei der Kinderbetreuung, oder auch beim Einkaufen, und es gibt sicher noch viele andere Bereiche, wo dieses möglich ist…! Auch gemeinsame Unternehmungen in der Freizeit oder gemeinsame Feste können hier besprochen und geplant werden. Es wäre schön, wenn es einmal einen Tag der Begegnung mit vielen Gästen, und andere Feste auf dem Hof geben würde…!

Eine weitere Möglichkeit des gemeinsamen Tuns, ist der schon erwähnte Gemüsegarten, wo alle, die Lust zur Gartenarbeit haben, tätig werden können.

Ein weiteres gemeinschaftliches Betätigungsfeld ist die Bereitung von Scheitholz für den Holzscheitkessel, mit dem der gesamte Hof geheizt wird, auch hier kann jede(r) nach seinen Möglichkeiten mithelfen.